Denkraum
Perspektiven auf Esskultur, Gastlichkeit, Identität und Experience Design.
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Die Denkmodelle hinter meiner Arbeit
Über Praxis, Korrespondenz, Atmosphäre, Resonanz und die Gestaltung kulinarischer Erfahrungen Experience Design beginnt für mich nicht mit der Gestaltung eines Angebots. Es beginnt mit der Beobachtung, dass Erfahrungen nicht hergestellt werden können. Menschen nehmen Räume, Speisen oder Begegnungen nicht einfach auf. Sie handeln in ihnen, antworten auf sie, verbinden sie mit Erinnerungen und verändern ihre Bedeutung im eigenen Tun.
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Was die Gastronomie von der japanischen Erzählstruktur Kishōtenketsu lernen kann
Über narrative Dramaturgie jenseits von Konflikt – inspiriert von Spring, Summer, Asteroid, Bird Viele Menüs folgen einer vertrauten Dramaturgie. Jeder Gang soll den vorherigen übertreffen. Intensität wächst, Überraschungen verdichten sich, der Höhepunkt wird zum Ziel des gesamten Abends. Bedeutung erscheint als Ergebnis stetiger Steigerung. Diese Vorstellung reicht weit über die Gastronomie hinaus. Auch viele Geschichten entwickeln ihre Spannung aus Konflikt, Zuspitzung…
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Wenn Hotels die Halbpension abschaffen, verlieren sie mehr als ein Abendessen
Im Kleinwalsertal lässt sich derzeit ein leiser Wandel beobachten. Einige Hotels reduzieren ihre Gastronomie oder verzichten ganz auf Halbpension. Als Gründe werden Personalmangel, wirtschaftlicher Druck oder der Wunsch nach größerer Flexibilität genannt. Ein Hotel wirbt sogar damit, dass Gäste ohne Halbpension freier entscheiden könnten. Die betriebswirtschaftliche Logik ist nachvollziehbar. Sie beantwortet jedoch nur die Frage, wie sich ein Hotel effizient…
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Die Dinge zwischen den Dingen
Wenn ich Restaurants, Hotels, Manufakturen oder andere Orte der Gastlichkeit besuche, richtet sich meine Aufmerksamkeit selten auf das Offensichtliche. Natürlich nehme ich Speisen, Räume, Produkte oder Service wahr. Mich interessieren jedoch vor allem die Beziehungen, die sich zwischen ihnen entfalten. Zwischen Menschen und Materialien. Zwischen Raum und Handlung. Zwischen Atmosphäre und Wahrnehmung. Dort entscheidet sich, ob ein Ort lediglich funktioniert…
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Storytelling beginnt für mich nicht mit einer Geschichte. Es beginnt mit einer Praxis
Ein Restaurant, eine Ausstellung oder eine Marke werden nicht durch ihre Gestaltung lebendig. Lebendig werden sie erst durch das, was Menschen dort tun. Sie betreten einen Raum, orientieren sich, warten, beobachten andere, führen Gespräche, schmecken, erinnern sich und setzen das Erlebte zu früheren Erfahrungen in Beziehung. Bedeutung entsteht nicht neben diesen Handlungen, sondern in ihrem Vollzug.
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Lines: A Brief History
Seit einiger Zeit begleitet mich Tim Ingolds Buch „Lines: A Brief History“. Seine Überlegungen zu Linien geben einer Intuition eine Sprache, die meine Arbeit an Erfahrungsräumen und Esskultur seit Langem prägt. Menschen begegnen der Welt nicht als Ansammlung einzelner Dinge. Sie bewegen sich in einem Geflecht von Beziehungen. Ingold beschreibt dieses Geflecht als Linien. Linien sind keine gezeichneten Striche. Sie…
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Was außergewöhnliche Restaurants wirklich auszeichnet
Wer einen Abend im Zwei-Sterne-Restaurant etz in Nürnberg verbringt, erlebt schnell, dass außergewöhnliche Gastronomie weit über die Qualität einzelner Gerichte hinausreicht. Küche, Raum, Gastlichkeit, Materialität, Licht, Sprache und Rhythmus stehen nicht nebeneinander. Sie antworten aufeinander und verdichten sich zu einer gemeinsamen Erfahrung. Was in Erinnerung bleibt, lässt sich keinem einzelnen Element zuschreiben.
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Die Zukunft der Gastronomie?
Ernährungswende, neue Proteinquellen oder automatisierte Küchen: Die Gastronomie scheint unablässig nach dem nächsten Trend zu suchen. Kaum hat sich ein Zukunftsbild etabliert, rückt bereits das nächste in den Mittelpunkt. Je länger ich mich mit Zukunft und Experience Design beschäftige, desto weniger interessiert mich jedoch die Frage nach der Zukunft der Gastronomie. Mich interessieren ihre Zukünfte.







