Denkraum

Perspektiven auf Esskultur, Gastlichkeit, Identität und Experience Design.

  • Die Denkmodelle hinter meiner Arbeit

    Die Denkmodelle hinter meiner Arbeit

    Über Praxis, Korrespondenz, Atmosphäre, Resonanz und die Gestaltung kulinarischer Erfahrungen Experience Design beginnt für mich nicht mit der Gestaltung eines Angebots. Es beginnt mit der Beobachtung, dass Erfahrungen nicht hergestellt werden können. Menschen nehmen Räume, Speisen oder Begegnungen nicht einfach auf. Sie handeln in ihnen, antworten auf sie, verbinden sie mit Erinnerungen und verändern ihre Bedeutung im eigenen Tun.

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  • Konzept schlägt Kapital

    Konzept schlägt Kapital

    Wer ein gastronomisches Vorhaben entwickelt, begegnet früh denselben Fragen: Wie viele Sitzplätze sind wirtschaftlich sinnvoll? Welcher Durchschnittsbon trägt das Geschäftsmodell? Wie hoch dürfen Personal- und Wareneinsatz ausfallen? Wann erreicht der Betrieb die Gewinnschwelle? Diese Fragen entscheiden über die Tragfähigkeit eines Unternehmens. Sie beantworten jedoch nicht, weshalb dieser Ort überhaupt entstehen sollte.

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  • Wenn Räume antworten

    Wenn Räume antworten

    Wir sprechen häufig von Räumen, als wären sie Orte, die unabhängig von den Menschen existieren, die sie betreten. Wände, Decken und Böden markieren ihre Grenzen, Möbel füllen sie, Architektur verleiht ihnen Form. Doch all das beschreibt lediglich ihre materielle Gestalt. Ein Raum entsteht erst dort, wo Menschen, Materialien, Licht, Geräusche, Gerüche, Zeit und Bewegung aufeinander einwirken und sich gegenseitig verändern.…

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  • Erinnerungen beginnen auf der Zunge

    Erinnerungen beginnen auf der Zunge

    Als Marcel Proust ein Stück Madeleine in Tee tauchte, erinnerte er sich nicht an einen einzelnen Augenblick. Mit dem Geschmack kehrte eine ganze Welt zurück: Räume, Licht, Stimmen, Beziehungen und Stimmungen, die lange verschwunden schienen. Geschmack bewahrte keine Vergangenheit. Er machte sie erneut erfahrbar. Diese Beobachtung verweist auf eine Eigenschaft des Geschmacks, die weit über seine sensorische Dimension hinausreicht. Ein…

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  • Die unsichtbare Choreografie guter Erfahrungen

    Die unsichtbare Choreografie guter Erfahrungen

    Erfahrungen entstehen nicht in einzelnen Augenblicken. Sie gewinnen Gestalt, indem Wahrnehmungen über Zeit miteinander in Beziehung treten. Was Menschen später erinnern, ist selten ein isolierter Moment. Es ist die Bewegung, in der sich Annäherung, Erwartung, Verdichtung und Nachhall gegenseitig Bedeutung verleihen. Erfahrung besitzt deshalb immer eine zeitliche Form.

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  • Was gutes Gastgebersein mit Improvisation zu tun hat

    Was gutes Gastgebersein mit Improvisation zu tun hat

    Keith Johnstone verstand Improvisation nicht als Bühnentechnik. Sie beschrieb für ihn eine Weise, der Welt zu begegnen. Wer mit einem Ja antwortet, verzichtet nicht auf Orientierung. Er anerkennt, dass Begegnungen mehr hervorbringen können, als sich im Voraus denken lässt. Dieses Ja richtet sich weniger auf eine Idee als auf die Bereitschaft, sich von einer Situation verändern zu lassen.

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  • Authentizität ist keine Inszenierung – Gedanken zu Zukünften des Fine Dining

    Authentizität ist keine Inszenierung – Gedanken zu Zukünften des Fine Dining

    Seit einiger Zeit fällt mir eine Veränderung in der Spitzengastronomie auf. Sie betrifft weder einzelne Restaurants noch einzelne Köchinnen und Köche. Im Gegenteil. Handwerk, Produktqualität und kulinarische Präzision erreichen vielerorts ein beeindruckendes Niveau. Dennoch hinterlassen manche Abende einen eigentümlichen Widerspruch. Alles wirkt stimmig, und doch entsteht erstaunlich wenig Resonanz.

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  • Wenn diese Wände sprechen könnten …

    Wenn diese Wände sprechen könnten …

    „If these walls could talk.“ Kaum ein Satz beschreibt gastronomische Orte treffender. Wände sprechen nicht, doch sie tragen Spuren: Stimmen, Gerüche, Berührungen, wiederkehrende Handgriffe, hastige Mittage und lange Abende. Die Identität eines Restaurants liegt weder allein in seiner Architektur noch in seiner Speisekarte. Sie entsteht aus dem, was Menschen an diesem Ort miteinander tun.

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