Denkraum

Perspektiven auf Esskultur, Gastlichkeit, Identität und Experience Design.

  • Die Denkmodelle hinter meiner Arbeit

    Die Denkmodelle hinter meiner Arbeit

    Über Praxis, Korrespondenz, Atmosphäre, Resonanz und die Gestaltung kulinarischer Erfahrungen Experience Design beginnt für mich nicht mit der Gestaltung eines Angebots. Es beginnt mit der Beobachtung, dass Erfahrungen nicht hergestellt werden können. Menschen nehmen Räume, Speisen oder Begegnungen nicht einfach auf. Sie handeln in ihnen, antworten auf sie, verbinden sie mit Erinnerungen und verändern ihre Bedeutung im eigenen Tun.

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  • Der Geschmack einer Landschaft

    Der Geschmack einer Landschaft

    Ein Fisch trägt keine Landschaft in sich wie eine gespeicherte Erzählung. Sein Geschmack entsteht jedoch in einer Umgebung, die seinen Körper fortwährend mitprägt: durch Temperatur, Strömung, Sauerstoff, Nahrung und jahreszeitliche Veränderungen. Wer eine Forelle aus einem Mittelgebirgsbach, einen Saibling aus kaltem Seewasser oder einen Zander aus einem heimischen Fluss isst, begegnet deshalb keinem austauschbaren Rohstoff. Im Geschmack wird eine konkrete…

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  • Vom Wort „vegan“ und davon, wie Sprache Geschmack formt

    Vom Wort „vegan“ und davon, wie Sprache Geschmack formt

    „Vegan“ ist zu einem allgegenwärtigen Wort geworden. Es steht auf Verpackungen, Speisekarten und Produktseiten, ordnet Angebote und markiert Zugehörigkeiten. Seine Klarheit liegt in der Abgrenzung: Es bezeichnet, was ein Lebensmittel nicht enthält. Über das, was ihm Geschmack, Herkunft und Eigenart verleiht, sagt es wenig.

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  • Im Dazwischen liegt die Entscheidung

    Im Dazwischen liegt die Entscheidung

    Entscheidungen entstehen selten in dem Augenblick, in dem Menschen ihre Wahl treffen. Häufig bilden sie sich früher – in einer kurzen Phase der Offenheit, in der Vertrautes seine Selbstverständlichkeit verliert und Neues noch keinen festen Platz gefunden hat. Noch bevor ein Produkt berührt, ein Gericht gekostet oder ein Raum betreten wird, verändert sich bereits die Wahrnehmung. Was dort geschieht, bleibt…

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  • Marken sind Praktiken, keine Kampagnen

    Marken sind Praktiken, keine Kampagnen

    Marken entstehen nicht dort, wo über sie gesprochen wird. Sie entstehen dort, wo Menschen mit ihnen leben. Erst wenn ein Angebot Teil alltäglicher Handlungen wird, erhält es Bedeutung. Kommunikation kann darauf aufmerksam machen. Sie kann jedoch nicht hervorbringen, was Menschen erst in ihrem eigenen Tun erfahren.

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  • Kulinarik ist keine Bühne. Sie ist Beziehung

    Kulinarik ist keine Bühne. Sie ist Beziehung

    Kulinarik wird häufig als Medium verstanden. Ein Dinner transportiert eine Marke, ein Gericht erzählt eine Geschichte und ein Restaurant vermittelt Werte. Essen erscheint dabei als Träger einer Botschaft. Seine eigentliche Bedeutung liegt jedoch an anderer Stelle. Kulinarik entsteht nicht, um etwas zu kommunizieren. Sie entsteht dort, wo Menschen, Lebensmittel, Räume und Handlungen miteinander in Beziehung treten.

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  • Narrative sind nicht der Anfang. Sie folgen dem Handeln

    Narrative sind nicht der Anfang. Sie folgen dem Handeln

    Organisationen beginnen Veränderungen häufig mit einer Geschichte. Leitbilder werden formuliert, Werte beschrieben und Narrative entwickelt. Sie sollen Orientierung geben, Identität stiften und Verhalten verändern. Dennoch bleibt nach vielen Veränderungsvorhaben ein vertrauter Eindruck zurück: Die Sprache hat sich gewandelt, der Alltag kaum.

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  • Tradition ist kein Erbe. Sie ist Rohstoff

    Tradition ist kein Erbe. Sie ist Rohstoff

    Wer ein gutes Wirtshaus betritt, bemerkt oft sofort, dass dieser Ort eine Geschichte besitzt. Nicht die Einrichtung allein vermittelt dieses Gefühl. Es sind die abgenutzte Tischkante, der Geruch des Holzes, das Licht auf dem Boden, die selbstverständliche Begrüßung eines Stammgastes oder die ruhigen Bewegungen zwischen Küche und Gastraum. Solche Orte erzählen ihre Geschichte nicht. Sie verkörpern sie.

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