Manual Thinking · Experience Design Denkatelier · elBulli1846
Gastlichkeit verändert sich, wenn sich die Beziehungen verändern, aus denen Erfahrungen entstehen. Nicht Produkte, Konzepte oder Technologien entscheiden darüber, sondern das Zusammenspiel von Menschen, Räumen, Produkten, Handlungen, Atmosphäre und Zeit.
Barcelona gehört zu den wenigen Orten, an denen sich die Veränderung solcher Beziehungen über Jahrzehnte hinweg beobachten lässt. Hier wurde Gastronomie nicht allein weiterentwickelt. Hier veränderte sich das Verhältnis zwischen Menschen, Produkten, Räumen, Wissen und Handlung. Daraus entstand eine andere Vorstellung davon, wie Erfahrungen entstehen – und damit auch eine neue Sprache der Gastronomie.
Diese Beobachtung bildet den Ausgangspunkt dieses Formats. Es lädt dazu ein, die eigenen Fragestellungen nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines Beziehungsgefüges. Innovation erscheint dabei nicht als Suche nach Neuem, sondern als Fähigkeit, Beziehungen neu zu ordnen und dadurch Erfahrungen zu verändern.
Manual Thinking
Der erste Teil findet im Studio von Luki Huber in Barcelona statt und umfasst rund dreieinhalb Stunden.
Manual Thinking richtet den Blick auf Zusammenhänge, die im Alltag häufig verborgen bleiben. Aus den Fragestellungen der teilnehmenden Unternehmen entstehen Visualisierungen, die Beziehungen, Wechselwirkungen und Spannungen sichtbar machen. Gedanken verlassen den Kopf und werden zum gemeinsamen Gegenstand der Auseinandersetzung. Komplexität verliert ihre Unübersichtlichkeit, ohne an Tiefe zu verlieren.
Experience Design Denkatelier
Direkt im Anschluss knüpft das Experience Design Denkatelier an diese Erkenntnisse an und dauert ebenfalls rund dreieinhalb Stunden.
Was als Beziehungsgefüge sichtbar geworden ist, wird nun nach seiner Bedeutung befragt. Welche Erfahrungen entstehen aus den Beziehungen zwischen Menschen, Produkten, Räumen und Handlungen? Welche Haltung wird in einer Marke, einem Restaurant oder einem Lebensmittel erfahrbar? Welche Atmosphäre entsteht, wenn diese Elemente aufeinander wirken? Die Aufmerksamkeit verschiebt sich von der Struktur einer Fragestellung auf ihre Wirkung im Erleben.
Das Experience Design Denkatelier versteht Gestaltung als Arbeit an Beziehungen. Es verdichtet die Erkenntnisse aus Manual Thinking und eröffnet eine gemeinsame Reflexion darüber, wodurch Erfahrungen Resonanz entfalten und langfristig Bedeutung gewinnen.
Gemeinsames Abendessen
Der erste Tag endet bei einem gemeinsamen Abendessen.
Beim gemeinsamen Abendessen werden die zuvor betrachteten Beziehungen unmittelbar erfahrbar. Das Gespräch verändert sich mit dem Ort, dem Essen und der Atmosphäre. Beobachtungen verdichten sich zur Erfahrung. Die Erkenntnisse aus den beiden Arbeitsphasen erhalten dadurch eine neue Tiefe.
elBulli1846
Der zweite Tag führt die Gruppe nach elBulli1846.
Der Besuch richtet den Blick auf einen Ort, an dem Beziehungen neu gedacht wurden. Zwischen Küche, Produkt, Gast, Wissen und Kreativität entstand eine neue Konstellation, aus der sich eine kulturelle Bewegung entwickelte. Innovation erscheint hier nicht als außergewöhnlicher Einfall, sondern als Konsequenz veränderter Beziehungen.Die Erfahrungen des ersten Tages erhalten dadurch einen größeren Zusammenhang.
Luki Huber
Luki Huber ist Designer, Unternehmer und Mitbegründer von Manual Thinking. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Ferran Adrià und dem Restaurant elBulli. Seine Arbeit kreist um die Frage, wie komplexe Zusammenhänge sichtbar werden und gemeinsames Denken vertiefen können. Aus dieser Auseinandersetzung entstand Manual Thinking – ein visuelles Denksystem, das heute weltweit von Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen genutzt wird.
Ferdinand Grah
Ferdinand Grah ist Experience Designer. Seine Arbeit untersucht, wodurch Erfahrungen Bedeutung gewinnen. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Menschen, Räumen, Produkten, Materialien, Handlungen und Atmosphäre sowie die Resonanz, die aus ihrem Zusammenspiel entsteht.
Mit dem Experience Design Denkatelier hat er ein Format entwickelt, das Erkenntnisse verdichtet und ihre Bedeutung für die Gestaltung von Erfahrungen erschließt. Aufbauend auf den Ergebnissen von Manual Thinking richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Beziehungen, aus denen Erfahrungen entstehen und Bedeutung gewinnen. Gastlichkeit erscheint dabei als eine Form, in der diese Beziehungen für Menschen erfahrbar werden. Gestaltung wird dabei nicht als Eingriff in einzelne Elemente verstanden, sondern als bewusste Veränderung der Konstellationen, in denen Menschen Erfahrungen machen.
Für wen?
Das Format richtet sich an Gastronomien, Food Brands und Unternehmen der Lebensmittelbranche, die die Beziehungen verstehen und gestalten möchten, aus denen Erfahrungen entstehen. Angesprochen sind Unternehmerinnen und Unternehmer ebenso wie Menschen aus Markenführung, Produktentwicklung, Innovation und Unternehmensentwicklung.
Rahmen
Die Gruppe umfasst mindestens neun und maximal vierundzwanzig Teilnehmende. Diese Größe schafft Raum für intensive gemeinsame Arbeit und eine Vielfalt an Perspektiven.
Der erste Tag verbindet Manual Thinking mit Luki Huber und das Experience Design Denkatelier mit Ferdinand Grah. Beide Formate dauern jeweils rund dreieinhalb Stunden und bauen unmittelbar aufeinander auf. Ein gemeinsames Abendessen führt die gemeinsame Auseinandersetzung fort.
Am zweiten Tag besucht die Gruppe gemeinsam elBulli1846.
Ziel
Die Teilnehmenden verlassen Barcelona nicht mit einer Sammlung neuer Ideen. Sie verlassen den Ort mit einer veränderten Wahrnehmung der Beziehungen, aus denen Erfahrungen entstehen. Wer Beziehungen anders wahrnimmt und bewusst gestaltet, verändert Produkte, Räume, Marken und Gastlichkeit gleichermaßen.
